Stopkonzept

Entstehung & Hintergründe des Stopkonzepts von Ulv Philipper

Das Stopkonzept ist anders als alles, was Du bisher kennengelernt hast!

Was den Umgang zwischen Mensch und Hund angeht, ist es in seinem Denkansatz absolut einmalig. Mit der Entwicklung, und stetigen Weiterentwicklung, des Stopkonzepts ist Ulv Philipper schon sehr früh einen eigenständigen Weg gegangen.

Nur durch Infrage stellen aller vorhandenen Dogmen war es ihm möglich, eine neue Basis für eine wirklich alltagsgerechte Ausbildung zu schaffen. Denn Hundesport-Vereine bzw. Jagdhundeausbildung bestimmten damals die Wahrnehmung und somit den Umgang mit dem Hund. So war die Hundeausbildung zu Beginn militärisch orientiert. Dieses mehr als fragliche Abrichten des Hundes verkaufte man der Gesellschaft als "artgerecht".

Den Menschen wurde die absurde Vorstellung in die Köpfe gesetzt, dass der Hund sich förmlich nach Unterordnung sehnen und dieser Wunsch in seiner Natur liegen würde. Dabei existieren weder Kommandos noch militärische Ordnungen in der Natur!

Es ist Fakt, dass es kein Lebewesen gibt, dass sich selbst nicht eigenverantwortlich wahrnimmt. So ist dem Hund, wie dem Menschen, als sozialem Säugetier, die Selbstbestimmtheit eines der höchsten Güter. Er möchte nicht gedrillt werden und blind Gehorsam leisten müssen!

Wird dem Individuum also durch Gehorsam die Freiheit beschnitten, sind die Folgen im Grunde unaufhaltsam, denn Kontrolle erzeugt immer Ausbruch.

"Nichts ist weniger artgerecht für den Hund als das Kommando." - Ulv Philipper


Da die bei Hundesport-Vereinen und Jagdhundeausbildungen in hohem Maße auf Kontrolle beruhenden Ansätze nur in abgeschlossenen Bereichen (Hundeplatz, Jagdrevier) stattgefunden haben, bemerkte niemand die offensichtlichen Folgen der absurden Fehleinschätzung, dass Hunde sich unterordnen wollen.

Ausbrüche aus der Kontrolle wurden zwar auch dabei wahrgenommen, allerdings hat man sie nicht als logische Konsequenz des eigenen Handelns erkannt, sondern sie auf Trieb- beziehungsweise Instinktverhalten des Hundes zurückgeführt. So einfach kann man das Problem lösen! Triebe kann man doch nicht steuern, oder?

Diese unnatürliche Betrachtung versuchte man schließlich auch auf die Ausbildung des Hundes für den Alltag zu übertragen. Doch um militärische Grundsätze durchzusetzen zu können, braucht man unabdingbar einen begrenzten, abgeschlossenen Bereich und Instrumente des Zwangs, um jegliche Form von Widerspruch zu unterdrücken.

Doch im normalen, außermilitärischen Umgang mit dem Hund kam es zum Wegfall der räumlichen Begrenzung und ein neues Verständnis für den Hund begann sich zu entwickeln. Der Hund entwickelte sich vom Jagdwerkzeug, Hofbewacher und Sportgerät (wobei ich persönlich, bei Letzterem, der Meinung bin, dass viele Menschen ihre Hunde scheinbar nach wie vor als Sportgerät betrachten und behandeln) immer häufiger zu einem Familienmitglied.

Die früher üblichen Durchsetzungstechniken, die großteils auf massiver körperlicher Gewalt basierten, kamen gesellschaftlich mehr und mehr in Ablehnung. Das Problem, welches sich daraus jedoch ergab war, dass der Mensch den Hund weiterhin unterordnen sollte, aber dabei dafür sorgen muss, dass dieser sich darüber freut!

An diesem Punkt hätte man sich eigentlich in der Hundeerziehung neu orientieren sollen und müssen. Doch statt die negativ dominierte Durchsetzung zu hinterfragen, wurden in der neuen positiv orientierten Hundeerziehung nur die Durchsetzungsmethoden beseitigt und gegen die hoch gelobte positive Verstärkung ersetzt. Der Gehorsamsgedanke blieb unsinnigerweise weiterhin erhalten.

Das Festhalten am absurden Gedanken vom Gehorsam hat leider fatale Folgen, denn dieser unglückliche Ansatz bringt jeden Hundehalter, früher oder später, in totale Hilflosigkeit. Die daraus resultierende Ohnmacht wächst immer weiter an.

Trotz der nicht von der Hand zu weisenden Ausbrüche (in Form von Jagdverhalten, Aggressionsverhalten und anderen Verhaltensauffälligkeiten) stellt die positiv orientierte Hundeerziehung den Hund derart reduziert dar, dass dem unbedarften Hundehalter der offensichtliche Mangel gar nicht als Mangel erscheint.

So sagt das konventionelle Hundetraining beispielsweise:

"Wenn Du Deinen Hund rufst, dann freue Dich, wenn er überhaupt kommt!"
Die Erwartung wird gesenkt und scheinbar funktioniert das prima.
Doch, wurde so das Problem des nicht zuverlässig ausgeführten Rückrufs gelöst???

Was die Anderen nicht vorgenommen haben (die bestehende Ansicht der “negativ orientierten Hundeerziehung” in ihrer Ganzheit zu überprüfen, bevor die positiv orientierte Hundeerziehung auf die Bühne trat) tat Ulv Philipper. Er erkannte schlichtweg keinen plausiblen Ansatz, der das Aufrechterhalten der bis dahin unangezweifelten Unterordnungskultur hätte rechtfertigen können.

Um in der Entwicklung seines Konzepts nicht in die alten Denkstrukturen zu verfallen, strich er alle Meinungen, Annahmen und Vermutungen und ersetzte sie gegen unstrittige Werte. Es ging ihm also um Fakten, die von allen Betrachtern als Wahrheit bestätigt werden können (wie zum Beispiel der Tatsache, dass Alltag spontan ist).

Und wenn man nun den Hund unter Zuhilfenahme von nachweisbaren Fakten erneut betrachtet, wird er und somit auch die eigene Art und Weise des Umgangs mit ihm in einem völlig anderen Licht erscheinen. Denn der beste Freund des Menschen ist nicht nur ein stupider Befehlsempfänger, sondern ein äußerst intelligentes, durch und durch wollendes Lebewesen.

So sollte es die Aufgabe der Hundeerziehung sein, die vorhandene Bereitschaft des Hundes zu fördern und mit alltagsgerechtem Können zu ergänzen, statt blinden Gehorsam zu fordern.

Bei der Ausbildung des Hundes sollte die Fähigkeit selbst bei größten Belastungen auf ein Signal ohne Zögern sofort reagieren zu können (unterbewusstes Handeln), unter Beachtung der unstrittigen Werte (wir erinnern uns, Alltag ist spontan) zwangsläufig im Vordergrund stehen, wenn der Hund den Mensch begleiten soll.

Dem Hund diese lebensrettende Erkenntnis artgerecht zu vermitteln stellt die Kernkompetenz des Stopkonzeptes dar.