Stress - ein wichtiger Faktor für Anpassung

Stress - ein wichtiger Faktor für Anpassung

Stress ist ein Thema, dass viele Hundehalter oft mit viel Mühe vom Hund fernzuhalten versuchen. Dabei ist Stress ein sehr wichtiger Faktor für die Anpassung von Verhalten. Denn gesunde Stressreaktionen sorgen für Entwicklung.

Jeder kennt das Gefühl von Stress, das entsteht, wenn man einer unbekannten oder schwierigen Situation gegenübersteht. Wie oft wird davon gesprochen, dass man sich neuen Herausforderungen stellen und über sich selbst hinauswachsen sollte? Dass das wichtig ist, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Und wie gut ist das Gefühl, wenn man eine neue Situation letztendlich erfolgreich gemeistert hat? Oder, umgekehrt, kann man nicht immer auch aus negativen Erfahrung etwas mitnehmen, um es in der Zukunft besser oder zumindest anders zu machen?

Ein gesunder Stress-Level ist wichtig, um überhaupt in die Gänge zu kommen Herausforderungen zu bewältigen. Und in der Natur ist er sogar wichtig fürs Überleben.

Als Säugetiere gleichen Mensch und Hund sich in sehr vielen Eigenschaften und Bedürfnissen. Das heißt, im Vergleich verfügen beide über eine sogenannte hohe Bedürfnisgleichheit. Daher funktioniert und wirkt der Stress vom Hund im Grunde genauso wie der Stress des Menschen. Der einzig wirklich greifbare Unterschied ist, dass der Mensch sich auch ohne Zutun äußerer Reize gut und gerne gedanklichen Stress machen kann.

Stressreaktionen sind hilfreich

Nicht nur komplexe Lebewesen empfinden Stress. Auch bei einzelligen Organismen sind Stressreaktionen nachweisbar. Je größer der Organismus, umso komplexer fallen natürlich die Reaktionen aus. Doch im Prinzip kann man festhalten, dass Stressreaktionen Organismen vor Schaden zu schützen, dazu anregen sich anzustrengen, um Ziele zu erreichen und effizient zu handeln. Ohne Stress gäbe es keine Anpassung und ohne die kann ein Organismus die Herausforderungen des Lebens nicht bewältigen.

Routinen helfen bei Stress vor Überlastung

Da dem Organismus im täglichen Leben aus allen Richtungen Reize entgegenkommen, die unterschiedlich hohe Stress-Level mit sich bringen und bewältigt werden müssen, ist es höchst effizient sich an Abläufe anzupassen. So werden Verhaltensroutinen gebildet, wenn gewisse Prozesse sich immer wieder gleich ereignen.

Beim Entwickeln von routinierten Verhaltensweisen wird darauf abgezielt, nur so viel Energie in Handlungen zu stecken, wie unbedingt nötig ist, um eine Anforderung zu erfüllen. Das ist wichtig, denn im Grunde braucht der Organismus Reserven für Notfälle, in denen beispielsweise Flucht oder Kampf nötig wären. Jedenfalls aus tierischer Sicht betrachtet.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt, routiniertes Verhalten spielt sich unterbewusst ab. Ein wichtiger Punkt, wenn es ums Überleben geht. Denn unterbewusst abgespeichertes Verhalten kann bei direkter Notwendigkeit sofort angewandt werden. Dann bedarf es keiner ausschweifenden Überlegungen, welche Handlung jetzt die beste Lösung bietet.

Voraussetzung dafür sind jedoch zwei Dinge. Zum einen benötigt der Organismus anfangs wiederholte Begegnung mit konstant ablaufenden Prozessen. Zum anderen muss der Organismus verschiedene Lösungen testen, um eine effiziente und optimale Routine für sich zu finden und anpassen zu können.

Zu Beginn ist so ein Entwicklungs-Prozess sehr anstrengend. Das erklärt auch, warum erstmalig erlebte Ereignisse und neu zu lernende Dinge oft als besonders aufwendig und fordernd empfunden werden. Doch es lohnt sich allemal, wenn man künftig schnell und effektiv auf solche Gegebenheiten reagieren kann, weil man in dem Bereich Erfahrungen gesammelt und Lösungen entwickelt hat.

Stressstabilität sorgt für Sicherheit

Hat man sich an einen stressigen Prozess angepasst und kann ihn souverän meistern, erfüllt das in hohem Maße das Bedürfnis nach Sicherheit. Je mehr Routinen man entwickelt, um so weniger anfällig ist man für Stress.

Es ist wie mit einem Erste-Hilfe-Kurs. Wenn man diesen nur alle 2 - 3 Jahre macht, frischt man zwar Wissen auf. Doch meist gerät das schnell wieder in den hinteren Gedächtnisbereich oder verschwindet gar wieder, weil man selten in die Situation kommt, das erlernte Wissen und Können anzuwenden. Ein Sanitäter hingegen, der weit häufiger in lebensrettenden Maßnahmen geschult wird und diese tagtäglich anwendet, führt viele Dinge ohne zu zögern aus. Die Häufigkeit der Anwendung und Effizienz der erlernten Handlungen haben sich bewährt und wurden unterbewusst im Gedächtnis verankert. Wo wir im Falle eines Unfalls in der Regel angestrengt überlegen müssen, welche Schritte einzuleiten sind, kommt der Sanitäter an den Unfallort und kann zielgerichtet handeln.

Positiver Stress

Um sich effizient anpassen zu können, braucht es positiven Stress. Darunter versteht man jene Anforderungen, die eine Notwendigkeit zur Anpassung aufzeigen und bei denen zeitnah eine brauche Strategie zur Lösung des Prozess entwickelt werden kann.

Wer "das Licht am Ende des Tunnels" sieht und merkt, dass die Idee der Lösung bald schon ein gewünschtes Ergebnis liefert, der ist auch motiviert eine Leistung anzupassen. Und wenn man dann noch Zeit erhält, Gelerntes zu verarbeiten, hat man bald schon wirkungsvolle neue Verhaltensmuster zur Hand.

Negativer Stress

Kontraproduktiv ist sogenannter negativer Stress, der Anpassungsstrategien stets erfolglos erscheinen lässt. Denn in solchen Situationen, in denen der Organismus schnell handeln muss aber keine Lösung parat hat, kann er regelrecht gelähmt werden.

Prävention

Durch das Anlegen gezielter Routinen und dem Entwickeln von Fähigkeiten, kann man sich präventiv auf Stresssituationen vorbereiten. Wir Menschen tun dies mit der Gabe zur Voraussicht. Und mit genau dieser Gabe, können wir auch unserem vierbeinigen Freund helfen, für den Alltag wichtige Fähigkeiten zu erlernen, um nicht in Stress und Konflikt zu geraten.

 

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